GBGZ Nordquartier: Partizipation und Nachrüstung
Ausgangslage: Die Begegnungszone im Nordquartier wurde 2022 als damals grösste Begegnungszone der Stadt Bern eingeführt. Sie wurde bewusst mit ohne bauliche Massnahmen und allein mit Signalisation und Markierung ausgestaltet. Nach drei Jahren stehen 2025 die Evaluierung und Nachrüstung an. Für diese Aufgabe wurde das bfm engagiert. Das Ziel des Prozesses war insbesondere, die Aneignung und Belebung der GBGZ durch die Anwohner:innen zu fördern, sowie die Verkehrssicherheit zu verbessern. Entsprechend war die Partizipation von Beginn weg Teil des Prozesses.
Projektphasen:
Phase 1: Analyse
Neben Grundlagenstudium wurde eine Begehung des Projektteams durchgeführt, um passende Räume für die Partizipationsanlässe zu identifizieren. Ausserdem wurden vier Geschwindigkeitsmessungen angeordnet, um die gefahrene Geschwindigkeit zu überprüfen. Es zeigte sich, dass der MIV insbesondere auf den Durchgangsstrassen vor zwei Schulhäusern erhöht ist.
Phase 2: Partizipationsanlässe
Auf der Begehung wurden zwei Orte identifiziert, wo grosses Potenzial für eine Aufwertung, mit gleichzeitiger Verbesserung der Verkehrssituation bestand. An beiden Orten sind viele Kinder unterwegs und auf der Strasse, da es sich um eine Schule und einen Spielplatz handelt. Hier wurde jeweils ein Partizipationsanlass durchgeführt. Die Anwohnerschaft wurde gefragt, welche Verbesserungen sie sich für die GBGZ wünschen, wo Probleme bestehen und was verbessert werden sollte.
Phase 3: Auswertung Rückmeldungen und Erarbeiten Vorschlag
Basierend auf den Rückmeldungen aus den Partizipationsanlässen wurden einerseits Sofortmassnahmen erarbeitet, um lokal die Verkehrssicherheit zu verbessern, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und Aneignung zu ermöglichen. Andererseits wurde die Idee einer temporären Strassensperrung mit dem lokalen Gewerbe gespiegelt und konkretisiert.
Weitere Massnahmen wurden für das separate Projekt «Schulstrassen» und zu Händen der Anpassungen im Rahmen des Fernwärmeanschlusses im Quartier präzisiert und zusammengestellt.
Phase 4: Mitmach-Aktion und Aneignung GBGZ
Im Rahmen des «Tag der Nachbarschaft» wurde eine Mitmach-Aktion durchgeführt. Das Ziel war die Aneignung und Identifikation der Nachbarschaft mit der Begegnungszone und dem Strassenraum zu stärken. In Kooperation mit lokalem Gewerbe und Quartierorganisationen wurden an dem Nachmittag Holzhocker gebaut, die im öffentlichen Raum aufgestellt und als Sitzgelegenheiten genutzt werden können. Zusätzlich wurden dekorative Elemente gebastelt und bemalt, die den Strassenraum verschönern und die Verbindung mit den Anwohnenden verbessern. Durch die temporäre Strassensperrung konnte der Strassenraum als Erlebnisraum und Aufenthaltsort konkret erlebt und erprobt werden. Die Holzhocker stiften Identifikation und bleiben langfristig im öffentlichen Raum sicht- und nutzbar.
Resultat und Mehrwert:
Basierend auf dem partizipativen Prozess wurde die GBGZ gemäss den Bedürfnissen der Anwohnerschaft aufgewertet. Gerade die Bedürfnisse von Kindern nach gefahrlosem Aussenraum konnten in die Sofortmassnahmen eingebaut und wird im Rahmen der Fernwärme permanent umgesetzt werden. Durch die temporäre Strassensperrung und die Mitmach-Aktion konnte der Strassenraum als Aufenthaltsort erlebt und die Identifikation und Aneignung des öffentlichen Raums im Quartier gestärkt werden.